Frauen, die es wert sind, an sie zu erinnern

08.01.2019 -  

Eine Löwenbändigerin, Olympiasiegerin, Kämpferin in den Napoleonischen Befreiungskriegen oder das Vorbild für die Romanfigur „Effi Briest“ werden u. a. im zweiten Band des Lexikons „Frauen in Sachsen-Anhalt“ vorgestellt. Das druckfrische Buch und das zugrunde liegende Buchprojekt wird Herausgeberin Prof. Dr. Eva Labouvie, Bereich Geschichte der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, am 17. Januar 2019 der Öffentlichkeit vorstellen.

Das Lexikon ist Folge und Ergänzung des 2016 erschienen Band 1 (Mittelalter bis 18. Jahrhundert) und stellt Frauen vom Beginn des 19. Jahrhundert bis 1945 vor, die im Raum des heutigen Sachsen-Anhalts in ganz unterschiedlichen Bereichen Besonderes geleistet haben. In über 140 biographisch-bibliographischen Porträts und Nennungen werden die Lebenswege und das Engagement von bekannten Frauen, Regentinnen, Protagonistinnen der Frauenbewegung, Schauspielerinnen und Berühmtheiten wie Käthe Kruse, Elisabeth von Ardenne oder Henny Porten auf neue Weise präsentiert.

WAS: Buchvorstellung „Frauen in Sachsen-Anhalt 2“ Ein biographisch-bibliographisches Lexikon vom 19. Jahrhundert bis 1945

WANN: 17. Januar 2019, 17:15 Uhr

WO: Altes Rathaus der Landeshauptstadt Magdeburg, Alter Markt 6, Rastdiele

Wie im ersten Band geht es auch in Band 2 darum, den Frauen der Region ihren oder erstmals überhaupt einen Platz in der Geschichte zu geben und ihr Wirken in den unterschiedlichsten Zusammenhängen zu präsentieren und zu würdigen. „Sie alle sind es wert, dass an sie erinnert wird – ein Anliegen auch dieses zweiten Bandes“, unterstreicht Professorin Eva Labouvie. „Ich würde mich sehr freuen, wenn ganz viele Menschen aus Sachsen-Anhalt und darüber hinaus den Band lesen oder in ihm nachschlagen würden. Er erweitert nicht nur unsere Sicht auf die Vergangenheit, sondern verändert, ja revidiert sie sogar an manchen Stellen, und er macht sichtbar, dass Frauen ebenso wie Männer und wie diese sowohl im Großen wie im Kleinen diese Region politisch, ökonomisch, gesellschaftlich, mental und künstlerisch gestaltet haben und immer noch gestalten.“

Highlights des zweiten Bandes sind sicher die Biographien von Käte Kruse und Elisabeth von Ardenne, die Theodor Fontane als Vorlage zu seiner Figur „Effi Briest“ diente, oder von Friedrich Nietzsches Schwester Therese Förster-Nietzsche und der Schauspielerinnen Henny Porten oder Lia Wöhr (Familie Hesselbach). Aber auch Politikerinnen und Frauenrechtlerinnen auf regionaler, nationaler und internationaler Bühne werden vorgestellt, darunter Dr. Gertrud Bäumer, Jenny Hirsch, Louise Aston oder Dr. Elisabeth Gnauck-Kühne. Ebenso werden Künstlerinnen wie Hedwig Courths-Mahler, Louise von Francois, die Komponistin und Schriftstellerin Marie Nathusius, Gabriele Reuter oder die Bauhausfrauen porträtiert. Diese Frauen und ihr Wirken sind heute trotz ihrer einstigen Prominenz zum Teil vergessen.

Daneben enthält das Lexikon in der überwiegenden Mehrzahl Porträts von Frauen, die höchstens einem Fachpublikum bekannt sind, darunter derart schillernde Figuren wie z. B. die Löwenbändigerin Claire Heliot, Johanne Geiger, die als Freiheitskämpferin in Männerkleidern und mit männlichem Pseudonym an den Befreiungskriegen gegen Napoleon teilnahm, die bekannte Unternehmerin Selma Rudolph oder erste berühmte Sportgrößen wie die Olympiasiegerin im Schwimmen aus Magdeburg, Hilde Schrader.

Darüber hinaus gelingt es erstmalig, die Verdienste von bislang unbekannten, vergessenen und noch nicht erforschten Juristinnen, Politikerinnen, Widerstandskämpferinnen, Wissenschaftlerinnen, Schriftstellerinnen und vielen mehr zu würdigen.

Die Buchpräsentation wird in Kooperation mit der Landeshauptstadt Magdeburg, Amt für Gleichstellungsfragen, durchgeführt und ist zugleich Auftakt zur Veranstaltungsreihe „100 Jahre Frauenwahlrecht/Emanzipation und Magdeburger Moderne“. Das Buch ist mit der ISBN 978-3-412-51145-6 im BÖHLAU-Verlag erschienen.

Kontakt für die Medien

Prof. Dr. Eva Labouvie
Lehrstuhl für Geschichte der Neuzeit mit Schwerpunkt Geschlechterforschung
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Telefon: 0391 67-56129
E-Mail: eva.labouvie@ovgu.de

Quelle: Pressemitteilung der OVGU, Nr. 01/2019

Letzte Änderung: 08.01.2019 - Ansprechpartner:

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