INSTITUT FÜR PHYSIOLOGIE

Forschung

 (Abb.1)

munsch_1klWährend zahlreiche Befunde eine Beteiligung der Amygdala an der Kontrolle physiologischer und pathophysiologischer Funktionen zeigt, ist über die intrinsischen Eigenschaften der Amygdalaneurone weit weniger bekannt. Einige Studien weisen auf eine verhaltensrelevante Funktion verschiedener Neuropeptide in der Amygdala hin. Ferner sind sowohl Peptide als auch die zugehörigen Rezeptoren in dieser Struktur nachgewiesen worden. Ein Beispiel hierfür ist das Heptadecapeptid Nociceptin / Orphanin FQ (N/OFQ), das kürzlich als endogener Agonist des Opioid-ähnlichen Rezeptors (ORL) isoliert werden konnte (siehe Übersichtsartikel Calo' et al. 2000).
N/OFQ scheint einerseits an Furcht- und Streßreaktionen beteiligt zu sein, andererseits wird Rezeptor, Peptid und Vorläuferprotein in relativ hoher Dichte in verschiedenen Kernen der Amygdala exprimiert. Daher lag es nahe, die Wirkung von N/OFQ auf Neurone der Amygdala mit der elektrophysiologischen Technik der Ganzzellableitung zu klären.
In der lateralen Amygdala löst N/OFQ postsynaptisch einen G-Protein gekoppelten, einwärtsgleichrichtenden K+-Strom aus (Abb.1) (Meis & Pape, 1998). Ferner reduziert N/OFQ erregende und hemmende postsynaptische Ströme, die durch Stimulation der externen Kapsel oder intraamygdalär ausgelöst werden können.

(Abb. 2)

munsch_2klDiese Mechanismen tragen möglicherweise zur Rolle von N/OFQ bei Angst- und Streßlinderung bei, die kürzlich in Verhaltenstests gezeigt wurde (Jenck et al. 1997; Griebel et al. 1999; Köster et al. 1999).

Calo' et al. (2000) Brit J Pharmacol 129, 1261-1283.
Griebel et al. (1999) Brain Res 836, 221-224.
Jenck et al. (1997) Proc Natl Acad Sci USA 94, 14854-14858.
Köster et al. (1999) Proc Natl Acad Sci USA 96, 10444-10449.
Meis & Pape (1998) J. Neurosci. 18, 8133-8144.

 

 

Letzte Änderung: 14.05.2019 - Ansprechpartner:

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